Konzept des "allen gerechten Wohnens"

In dem potenziellen Konfliktfeld zwischen sozialen Nischenmilieus und neuer Gentrifikationstendenz wollte der Wohlfahrtsverband AWO Fürth e.V. mit seiner ihm angeschlossenen AWO-Stiftung SOZIALES ENGAGEMENT IN FÜRTH ein Zeichen setzen, dass die Verbesserung der Wohnverhältnisse für alle Schichten und Altersgruppen auch in guter Nachbarschaft und sogar unter einem Dach möglich ist, wenn man es nur richtig anpackt.

Interessierte für ein generationen-, alters- und nationalitätenüber- greifendes gemeinsames Wohnprojekt wurden also gesucht, die in der Zusammensetzung diejenigen Zielgruppen repräsentieren, die in der Innenstadt schon wohnen, aber auch zukünftig ( wieder ) wohnen sollen: Alte und Junge, Deutsche und Ausländer, Einkommensstärkere und Einkommensschwächere, Behinderte und nicht Behinderte, Singles, Paare, Alleinerziehende, Kleinfamilien, Großfamilien und Patchworkfamilien.

Auf diese Weise sollte ein positives Modell für „geforderte“ statt überforderte Nachbarschaften auch für andere geschaffen werden.
Die InteressentInnen für ein solch vorbildliches gemeinschaftliches Projekt waren in kurzer Zeit gefunden worden.
Sie haben sich mit Unterstützung einer Projektentwicklerin inzwischen zu einem gemeinnützigen Verein „Anders Wohnen“ e.V. zusammengeschlossen, um sich im Rahmen des Stiftungsmodells als Mieter weitestgehend selbst zu organisieren, den integrierten Anwohnertreffpunkt mit zu verwalten und anschließend ihre ‚best practice’ auch mit Außenwirkung zu versehen.
Für das Experiment steht eine Liegenschaft in exponierter Lage zur Verfügung, die allerdings erst umgebaut und saniert werden muss.
Die Umplanung ist bereits unter Beteiligung der potenziellen InteressentInnen passiert und hat sie durch die Offenlegung ihrer Wohnbedürfnisse, aber auch durch die Diskussion ihrer Problemlagen, einander näher gebracht.